Danke-Buch

Vor vielen Jahren begann ich, ein Dankebuch zu schreiben. Mittlerweile sind es viele geworden.

Zwischendurch gab es Pausen, mal Tage- mal Wochenweise. Anfangs sorgte ich mich deswegen, doch ich durfte erkennen, dass ich, als geübte Dankbare, auch mal wieder den Fokus auf das gedachte, gefühlte und gesprochene Danke legen darf.

Die Mischung macht’s.

Gerade zu Geburtstagen oder zum Jahreswechsel ist es besonders berührend, im eigenen Dankebuch zu lesen. Auch an trüben Tagen, wenn es so gar nicht gelingen mag, zu lachen und fröhlich zu sein, tut es gut, alte Dankes hervorzuholen. Irgendwas in mir drinnen erinnert sich dann an das gute Gefühl und selbst wenn dadurch noch kein Problem gelöst wird, so spüre ich wieder Kraft, die Herausforderung anzugehen.

Im Dankebuch lese ich, was ich schon alles geschafft habe.

Wie funktioniert das nun, so ein Dankebuch zu schreiben?

Ob es eine allgemeine Anleitung dazu gibt, weiß ich nicht. Ich erzähle dir hier meine eigene Methode, von der du dich gerne inspirieren lassen darfst.

Als es begann, hatte ich ein noch unbeschriebenes Notizbuch in der Schublade. Ich hatte es irgendwann gekauft, einfach weil es schön war. Zuhause dann hatte ich keine Ahnung, was ich dort hineinschreiben sollte, also wanderte es eben in die Schublade.

Auf das Dankebuch angesprochen, viel es mir wieder ein.

Die nachfolgenden Notizbücher suchte ich sorgfältiger aus, Recyclingpapier zum Beispiel, aber auch geschenkte Bücher nutze ich.

Wichtig dabei ist mir persönlich, dass ich stets zur selben Zeit schreibe. Daher liegt das Büchlein beim Bett, ebenso wie mein Lieblingsstift. Ja, ich schreibe kurz vor dem Einschlafen. Nicht viel, denn es ist ja kein Tagebuch.

Ein paar Zeilen nur und immer mit dem Wort DANKE begonnen.

• Danke, dass …

• Danke, für …

• Danke von Herzen …

Ich versuche auch, mich nicht zu wiederholen. Doch anfangs machte ich das noch. Es war nämlich in meiner damaligen Situation überhaupt nicht einfach, so um die fünf Dinge zu beschreiben, für die ich dankbar war. Das hat mich sehr beschäftigt und teilweise noch trauriger oder gar wütend gemacht. So habe ich mich für die Katzen bedankt, für das Dach über meinem Kopf, dass ich keinen Hunger habe …

Heute ist dieses erste Dankebuch das wertvollste für mich. Ich habe das Gefühl, nie ehrlicher gewesen zu sein, als in diesen Büchern.

Manchmal passiert es allerdings doch, dass ich seitenweise schreibe. Es ist unbeschreiblich, wenn die ganz Dankbarkeit nur so aus dem Herzen fließt!

An anderen Tagen gilt es, erst einmal tief durchzuatmen.

Doch irgendein Danke gibt es immer. Ich habe mich sogar schon beim Dankbüchlein selbst bedankt 😉

Nochmal deutlicher: Ins Dankebuch kommt keine Jammerei, keine Klagen, keine Wut, Enttäuschungen, Traurigkeit etc. Es ist wie gesagt, kein Tagebuch.

In den Pausen, in denen ich nicht ins Buch schrieb, ging ich die Dankes im Kopf durch. Hauptsächlich dann, wenn ich zu müde war um zu schreiben oder unterwegs war.

Das Erlebnis, später, auch Jahre später, nochmal in einem der Dankebücher zu lesen ist aber so wundervoll, dass ich immer wieder zum schreiben zurückkehre.

Probiere es aus! Es ist für dich.



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